Abnehmen

Abnehmen

Warum ich diesen Artikel schreibe, ist, weil ich von vielen von Euch danach gefragt worden bin. Vielleicht in der Hoffnung, ein Rezept zu bekommen, wie es gelingen kann, abzunehmen, wie Ihr es oft formuliert. Eine Antwort auf die Frage, wie ich „es“ geschafft habe. Ich muss gleich vorneweg nehmen, ich weiss kein Rezept, es ist ein Weg, ein Prozess, der nichts mit Diät oder Hungern zu tun hatte und hat. Ich habe keine Zauberformel, keinen Geheimcode, der immer klappt, kein Geheimnis. Ihr braucht also keinen Gedanken haben, dass ich eines wüsste, das Ihr nicht wisst. Ausser eines, und das ist nicht meines. Aber dazu später. Ich weiss nur, dass es jeder/m von Euch gelingen kann.

ab.nehmen. Sich selbst etwas abnehmen, das trifft es ganz gut. Auch: mehr Leichtigkeit schaffen oder besser zulassen. Sich erleichtern, klingt schon etwas missverständlich. Gewicht verlieren, gefällt mir noch weniger: wenn es aus freien Stücken zutrifft, ist dieser Begriff etwas verfehlt. Denn was man verliert, möchte man gelegentlich auch wieder finden. Und das trifft wohl auf das viel zitierte Wohlfühlgewicht zu, aber nicht auf das willentlich reduzierte Gewicht. Kurzum, man erkennt schon, dass ich das Thema nicht nur ernsthaft betrachten kann, weil es mir in den letzten sieben Monaten viel Humor abverlangt hat. Und die Änderung auf der Waage in keinem Verhältnis gestanden hat, zu dem Zuwachs an Leichtigkeit und Freude. Ihr merkt schon, es geht bei dieser Angelegenheit, wie Ihr es auch gerne nennt, sehr viel um Spass. Spass am Leben, Freude an der Bewegung, Wohlbefinden finden.

Aber der Reihe nach. Ich bin schon oft nach meinem Motiv gefragt worden, ob ich Liebeskummer habe, ob alles in Ordnung ist uvm. Wenn sich im Leben etwas verändert, das noch dazu für andere stark sichtbar wird, dann gibt es meist einen konkreten Auslöser, einen Anlass. Damit kann ich nur halb dienen. Ich war müde. Und ich wollte wissen warum. Den ersten – immer wieder in Erscheinung tretenden – Verdächtigen, meinen chronischen Eisenmangel, habe ich mir von meinem Internisten bestätigen lassen. Da gibt es Abhilfe. Gleichzeitig habe ich im Urlaub die Idee geboren, mich gezielt zu bewegen, noch mehr als es in meinem Alltag ohnehin der Fall war. Ich wollte mehr Gelenkigkeit. Also wollte ich mit ein paar (so gedachten) kinderleichten Gymnastikübungen, oder was ich darunter verstand, im Garten meiner Urlaubspension starten. Ich war bis dahin eher der Typ für die gemütliche Bewegung wie Spazieren gehen, Radfahren, Standup-Paddeln. Keine workouts. Anstrengend war mir der Alltag ohnehin genug. Ich war damals, das ist mir heute bewusst, am für mich falschen Weg. Und hatte nicht zu wenig Übergewicht. In dem Sinne, dass ich mich nicht mehr leicht gefühlt habe, ich hatte oft geschwollene Knöchel nach der Arbeit und meine Waden brannten. Was bei einem stehenden Beruf die Tage nicht erleichtert.

Da stand ich also im Garten, und kramte meine Übungen aus der Schule heraus. Nebenbei hüpften die Kinder herum, mit beneidenswerter Leichtigkeit und Gelenkigkeit. Ganz anders bei mir. Ich erinnerte mich an sanfte Dehnungsübungen, und wollte damit starten. Leider machten sich gleich Defizite bemerkbar, die rechte Schulter tat weh und ich konnte die Hände diagonal hinter dem Rücken in einer Richtung nicht mehr fassen. Das hatte ich nicht erwartet. Deprimiert nahm ich zur Kenntnis, dass das so wohl nichts werden würde. Tagelang tat mir die Schulter weh, weil ich aus Ehrgeiz versucht hatte, mir die Hände hinter der Schulter zu reichen. Das machte keinen Spass und war zum Scheitern verurteilt.

Der Urlaub ging zu Ende. Ich wusste, ich brauche Unterstützung. Jemanden, der mir zeigt, wie man schmerzfrei trainiert, welche Übungen für mich geeignet sind und zuallererst, der mir helfen konnte, meine Beweglichkeit ohne Schmerzen wieder herzustellen, damit ich überhaupt Spass an Bewegung haben kann. So jemanden habe ich gefunden. Mein Glück. Meine Lösung. Ohne das Lösen von Verspannungen und Spannungen, das Zurückführen meines Körpers in eine gerade Achse, das richtige Anleiten zu den Übungen und das ausgewogene Verhältnis zwischen Training und Regeneration wäre ich nicht dahin gekommen, wo ich heute stehe. Nicht in diesem Tempo, nicht mit dieser Freude und mit so viel Spass. Nicht auf so gesunde Art und Weise.

Das Abnehmen war also mehr ein Nebeneffekt, den ich zwar bis zum ersten Zusammentreffen mit meinem Personal Trainer auch formuliert hatte, aber Antrieb war mehr Beweglichkeit und weniger Müdigkeit durch Aktivität.

Was ich anfangs gemacht habe, war das regelmäßige Training am Ergometer, weil ich das Gefühl wollte, sportlich etwas zu schaffen, das ich mir vorgenommen hatte. Wenige Kilometer, 4 bis 5, dann war ich erschöpft, und manchmal zu Tränen gerührt. Diesen Ehrgeiz konnte mir auch mein PT nicht austreiben, er versuchte es aber auch nur bedingt, weil er natürlich wusste, dass man nicht gegen, sondern nur mit der Natur eines Menschen arbeiten kann. Nachts hab ich davon geträumt, getragen zu werden, um ans Ziel zu kommen: Ich lag am Start einer Laufstrecke und konnte nicht aufstehen. Ein Tiger kam und wollte mich zum Laufen animieren, ich sagte, ich sei zu müde. Er hat mich auf seinen Rücken geladen und mich bis 1m vor das Ziel getragen. Seine Kraft zu spüren war herrlich. Ein Krafttier der anderen Art. Den letzten Meter musste ich selber schaffen. Im Traum bin ich gekrochen, aber ich habe mein Ziel erreicht. Warum ich das erzähle? Weil man, so man am Thema Abnehmen interessiert ist, wissen muss, dass es ein stufenweiser Prozess ist. Es sind Etappen. Im Kleinen zu beginnen bewegt schon so viel. Ein flotter Spaziergang, einige Minuten am Ergometer, die man langsam steigert, wenn man soweit ist, Training für Koordination und Beweglichkeit. Und die Persönlichkeit wächst mit.

Viele Laufen einfach drauf los, und es klappt für sie wunderbar. Ich bin auch los gelaufen, später, und liebe diesen Sport seither. Er ist zu meiner Routine geworden, macht die Gedanken frei, lässt frische Luft tanken und man kann dem Wetter trotzen. Er hält fit und ich muss mich nie dazu überwinden, sondern freu mich drauf. So kann, denke ich, jeder eine Bewegung finden, die ihm Freude macht und ihm leicht fällt oder zumindest leichter als andere. Oft ist es eine Bewegung, die man als Kind gerne gemacht hat, wo man anknüpfen kann. Bei mir ist es nicht so. Ich hatte nicht „meine“ Sportart in der Kindheit. Wir sind einfach herumgelaufen, haben Fangen gespielt, sind Rad gefahren, mal auf einen Baum geklettert, geschaukelt, haben Verstecken gespielt.

Wie Ihr lesen könnt, kann ich keine bahnbrechenden Tipps geben, und denke, andere haben anschaulichere Erfolgsgeschichten als ich. Ihr müsst Euren eigenen Weg finden, und das werdet Ihr. Manchmal braucht man aber auch jemanden, der einen an der Hand nimmt: Weil das scheinbar Unmögliche mit Unterstützung gut möglich wird. Manchmal braucht man eine Anleitung im Leben. Jemanden der einen versteht, ermutigt und im richtigen Moment einbremst, einen Schubs gibt in die richtige Richtung, jemanden, der so etwas schon durchgemacht hat. Der weiss, worauf es ankommt, und wie man verhindert, dass man immer wieder versucht, durch die verschlossene Türe zu laufen. Manchmal kann man dieser Jemand selbst sein, manchmal braucht es einen anderen Weg. Einen gemeinsamen Weg, der nicht immer nur leicht ist, aber letztlich in die Leichtigkeit führt.

Ich danke meinem Trainer und Begleiter Erik Burian, der mit mir viele beschwerliche Stücke dieses Weges gegangen ist und immer wieder an der Gabelung meinen Blick in beide Richtungen schweifen lässt. Wenn ich mich für den schwierigen Weg entscheide, gibt er mir Tipps, wie ich am leichtesten durchkomme. Gehen muss man ihn selber, aber nicht alleine. Das Geheimnis aktiver Regeneration ist seine Mission.

Drei meiner zahlreichen Überzeugungen, lasst mich bitte hier anführen:

Wer erkennen kann, was ihm gut tut, der wird es mit Freude tun.

Aus jeder Raupe kann ein bunter Schmetterling werden, der sich vom Winde in Leichtigkeit tragen lässt.

Geh deinen Weg mit Hingabe, du wirst so viel mehr erkennen. Richte den Blick in die Ferne und Weite, immer wieder.

Aktuell geh ich mehrmals die Woche Laufen (dzt. Pause wegen erforderlichem Becken-Bein-Achsen-Training) und mache ein Training zu Hause auf der Matte zu Koordination, Beweglichkeit, Rumpf und Kraft. Ohne Gewichte. Mit Elementen aus Yoga, Pilates und frei nach meinem täglichen Geschmack.

Warum ich u.a. an der Ernährung nichts geändert habe, erzähle ich gerne ein anderes Mal, falls Ihr noch mehr erfahren wollt von meinem Weg.

Ich wünsche Euch viel Gesundheit und Freude am Tun und Genießen!

Eure Sonja

4 Kommentare

  1. Ich danke Ihnen für Ihre Beiträge mit Kräutern,aber auch Ihre Geschichte mit dem Abnehmen!
    Ausserdem möchte ich Ihnen sagen,daß Sie ganz toll aussehen und man merkt,daß Sie sich wohlfühlen😊ich freue mich auf weitere Beiträge….
    Alles Liebe Fischhuber Karin

    Gefällt 1 Person

  2. Dankeschön, für ihre sehr interessanten Informationen. Ich freue mich immer wenn sie in das Studio 2 kommen und
    könnte ihnen Stundenlang zuhören. Gratulation zu ihrer tollen Figur ( hübsch und sympathisch waren sie immer schon).👍👌🍀
    Herzliche Grüße
    Gabi Krenner

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