Halsschmerzen

Halsschmerz

Letzten Mittwoch durfte ich Tipps zum Thema Halsschmerzen im Gespräch mit Lukas Schweighofer in der Sendung Daheim in Österreich ORF 2 vor der Kurkonditorei Oberlaa geben:

https://goo.gl/EvQahw

Wer den Beitrag verpasst hat und gerade an Halsschmerzen laboriert,  bekommt hier noch ein paar Infos zum Nachlesen:

Erste Anzeichen wie Halskratzen oder leichte Schluckbeschwerden

Den Hals warm einzupacken mit einem Tuch oder Schlal wird zum einen meist sehr angenehm empfunden, wärmt und durchblutet den Bereich aber auch besser. Dadurch gelangen mehr Abwehrstoffe in die betroffene Region. Alle befeuchtenden Maßnahmen sind begrüßenswert, wie z.B. lauwarmen Tee schluckweise zu trinken.

Achtung! Der Tee sollte nicht heiß, sondern nur lauwarm getrunken werden, denn Hitze trocknet aus und belastet zusätzlich die wunde Schleimhaut.

Lutschtabletten befeuchten ebenfalls und wirken je nach Inhaltsstoff desinfizierend gegen etwaige Erreger, schmerzstillend und lindern die Entzündung.

Lutschtabletten, Rachenspray oder Gurgellösung?

Lutschtabletten bringen den Vorteil mit sich, dass sie zusätzlich zur Wirkung vom enthaltenen Azneistoff die Speichelproduktion anregen. Damit bringen sie Feuchtigkeit in den Bereich, speziell wenn sie langsam gelutscht werden. Deponiert man sie zwischendurch in der Backentasche, verlängert man den Effekt umso mehr. Lutschtabletten sind der idealer Begleiter für unterwegs.

Ein Spray ist im Gegensatz dazu rasch anwendbar, was ihn in der Nacht zu der beliebtsten Anwendungsform macht. Wird man durch Halsschmerzen geweckt, einfach schnell einsprühen und schon kann die erholsame Nachtruhe fortgesetzt werden. Zu beachten gilt es dabei, während des Sprühens nicht gleichzeitig einzuatmen, da sonst der ganze Wirkstoff in die Lunge abgeatmet wird und nicht im zu behandelnden Bereich zur Verfügung steht.

Herrlich einfach und rasch anzuwenden sind Rachensprays natürlich auch bei Kindern, die mit Lutschtabletten und Gurgellösungen oft noch nicht zurande kommen. Bitte vorab genau informieren, ob das jeweilige Produkt seitens der Inhaltsstoffe zur Behandlung von Kindern geeignet ist.

Gurgellösung –  richtig angewendet

Gegurgelt wird nie vor, sondern immer nach der Mahlzeit!  Je nach Produkt ausreichend lange, meist sind 30-60 sec. empfehlenswert (siehe Gebrauchsinformation!), damit eine gute Wirkung zustandekommt. Die Lösung wird danach ausgespuckt, niemals geschluckt. Aus diesem Grund eignen sich medizinische Gurgellösungen erst für Kinder nach dem 6. Lebensjahr, weil die Gefahr des versehentlichen Verschluckens gegeben ist.

Nach dem Gurgeln nicht nachspülen mit Wasser ö.ä., weil der Wirkstoff dadurch von der Schleimhaut gespült wird und nicht wirken kann.

Genau informieren sollte man sich auch, ob die jeweilige Lösung unverdünnt oder verdünnt anzuwenden ist, damit sie wirksam, aber nicht zu konzentriert ist: bei einer Lösung mit dem Wirkstoff Chlohexidin besteht dann die Gefahr, dass u.a. der Geschmackssinn leiden kann.

Wann greife ich zur Schmerztablette?

Bei starken Halsschmerzen reichen lokale Anwendungen oft nicht aus, sind dann aber auch kein Fall mehr für die Selbstmedikation! Gewählt werden zumeist Wirkstoffe, die nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend wirken wie Ibuprofen, Diclofenac oder Mefenaminsäure. Von Vorteil ist, dass diese Wirkstoffe aus der eingenommenen Tablette ins Blut aufgenommen werden und so auch in tieferen Halsabschnitten wirken z.B. bei Kehlkopfentzündung, die man duch Anwendung von Lutschtabletten oder Gurgellösungen nicht erreichen kann.

Halsschmerzen – Hilfe aus der Natur

KAMILLE kennt fast jeder aus Kindertagen. Nicht umsonst. Der Tee aus Kamillenblüten eignet sich gut zur Behandlung (außer man regiert allergisch gegenüber Korbblütlern) und schmeckt den meisten von uns. Für arzneiliche Zwecke bitte auf Arzneitees aus der Apotheke zurückgreifen, sie genügen hinsichtlich ihrer Qualität dem Österreichischen Arzneibuch, garantieren somit einen ausreichenden Wirkstoffgehalt und damit bei korrekter Zubereitung eine verlässliche Wirkung. Außerdem sind sie schadstoffgeprüft (u.a. pestizidfrei) und ohne Beimengung anderer Kräuter.

SALBEI wirkt Bakterien und Viren entgegen. Zur Anwendung bieten sich hier, ganz nach persönlicher Vorliebe, mehrere Möglichkeiten:

  • aus den Blättern einen Tee zubereiten
  • mit verdünnter Salbeitinktur gurgeln (1 Tl auf 125 ml Wasser)
  • 2-3 Tropfen Ätherisches Öl  auf 100 ml Wasser verdünnen

KÄSEPAPPEL bzw. MALVE Zubereitungen aus den Blättern und Blüten wirken gut abheilend und beruhigen die Rachenschleimhaut. Diese Tees bitte einige Stunden kalt ansetzen, damit die wirksamen Schleimstoffe gut erhalten bleiben und erst vor dem Trinken kurz erwärmen.  

EIBISCH verwöhnt uns mit seinen Blättern und einem heilsamen Effekt auf gereizte Schleimhäute. Auch hier gilt für die Teezubereitung die Methode des Kaltansetzens als am besten geeignet.

ISLÄNDISCHES MOOS wird vor allem als Lutschtablette und Hustensaft genützt.

Hausmittel bei Halsschmerzen

Warme Halswickel fördern die Durchblutung in der schmerzhaften Region und karren mehr Abwehrstoffe in das Areal. Unliebsame Erreger werden so rascher bekämpft. Dazu eignen sich u.a. Halswickel mit:

GEKOCHTEN ERDÄPFELN (geschält, noch warm, nicht heiß! und zerdrückt in ein Tuch einschlagen)

ZWIEBELWICKEL in warmer oder kalter Variante sind ein bewährtes Hausmittel bei Halsentzündung, Husten oder Ohrenschmerzen (keine rasche Besserung – bitte zum Arzt!)

TOPFENWICKEL gehören nicht nur bei Gelenksschmerzen zu den meist angewendeten Hausmitteln. Jeder haushaltsübliche Topfen (Magertopfen ist trockener und einfacher in der Handhabung) ist geeignet.

Dass diese Hausmittel einen wissenschaftlich nachvollziehbaren therapeutischen Nutzen haben, versucht  openscience zu argumentieren.

Wer nicht gerne wickelt, der kann auch auf das gute alte Glas warme Milch mit Honig zurückgreifen, es bringt Feuchtigkeit und wirkt mit dem Honig als natürlichem Keimtod vielen Erregern entgegen.  Gerade für Kinder haben sich einige Hausmittel gut bewährt.

Leiden Kinder häufiger an Halsschmerzen?

Kleinkinder und Kinder leiden aufgrund des noch nicht vollständig ausgeprägten Immunsystems sehr häufig unter Infekten der oberen Atemwege. Im Zuge derer kommt es bei den kleinen Patienten oft auch zu Halsschmerzen. In den meisten Fällen sind sie viral bedingt und heilen rasch wieder aus.

Alarmsignale für einen sofortigen Arztbesuch sind aber u.a.

  • hohes oder anhaltendes Fieber
  • einseitige Halsschmerzen
  • starke Schluckbeschwerden
  • Atemnot
  • eine kloßige Sprache
  • geschwollene Lympfknoten

Denn – immer im Hinterkopf behalten – Halsschmerzen sind nicht immer harmlos. Sie können auch ein Hinweis auf Scharlach, eine bakterielle Mandlentzündung, eine Kehlkopfdeckelentzündung oder Pfeiffersches Drüsenfieber sein. Das ist nur ein kleiner Auszug von behandlungsbedürftigen Halsschmerzen durch einen Facharzt für HNO bzw. den Kinderarzt.

 

 

 

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