Abwehrschwäche

Echinacea

Von Menschen, die in der Erkältungszeit anfällig sind für Infekte, höre ich in der Apotheke häufig die folgenden Fragen. Hier eine kurze Zusammenfassung meiner Antworten.

Bei mir ist eine Erkältung im Anmarsch, was kann ich gegen diese ersten Anzeichen  tun?

Bei beginnender Erkältung versucht der Körper durch erhöhte Sekretproduktion, die Erreger wieder von der Schleimhaut wegzuspülen. Das merken wir, indem die Nase läuft. Das gilt es zu unterstützen durch alle Maßnahmen, die einer trockenen Schleimhaut entgegenwirken, die den Erregern das Eindringen erleichtert:

  • mit Meersalz- oder Kochsalzsprays oder Inhalationen die Schleimhaut befeuchten
  • viel trinken, Lindenblütentee z.B.
  • Raumluft befeuchten
  • sich schonen, damit der Körper die nötige Kraft hat, um gegen die Viren anzukämpfen.
  • Zink hochdosiert zeigt sich im Kampf gegen die Erreger wirksam und mithilfe von Obst und Gemüse genügend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zuführen.

Vitamin C hat den Ruf gut gegen Erkältungen zu wirken – Stimmt das? Welche Dosis?

Vitamin C unterstützt einerseits das angeborene Immunsystem, das der schnellen Erstabwehr von Krankheitserregern dient: Es stimuliert hierbei die Funktion der sog. Phagozyten, das sind Zellen wie die weißen Blutkörperchen, die Krankheitserreger in ihr Inneres aufnehmen und unschädlich machen. Vitamin C unterstützt auch die Schleimhaut als Barriere gegen das Eindringen von Erkältungsviren und regt die Vermehrung der sog. T-Lymphozyten an, das sind Zellen als Bestandteil des erworbenen Immunsystems, das sich nach Kontakt mit Krankheitserregern durch Bildung von Antikörpern wie ein Schutzschild aufbaut. Einen wesentlich Anteil der immunstimulierenden Eigenschaften stellt die Beseitigung von freien Radikalen dar, die im Zuge von Abwehrprozessen im Körper anfallen. Geht der Bedarf über die Zufuhr durch eine ausgewogene Ernährung hinaus, genügt z.B. eine Messerspitze Ascorbinsäure täglich für eine ausreichende Zufuhr

Welche anderen Vitamine u. Mineralien braucht mein Körper, um die Abwehrkräfte zu stärken?

Vorausgeschickt: Unser Abwehrsystem funktioniert dann am besten, wenn man sich viel an der frischen Luft bewegt, sich ausreichend warm anzieht, für ausreichend Schlaf sorgt, Stress und Nicotin meidet und sich v.a. vollwertig ernährt: Für ein gutes Immunsystem ist auf jeden Fall das Zusammenspiel aller Vitamine wichtig, Vitamin D3 unterstützt z.B. die Aktivierung und Reaktion der weißen Blutkörperchen bei Infektionen. Aber auch verschiedene Spurenelemente wie Selen sind unentbehrlich, ein Mangel würde die Bildung von weißen Blutkörperchen und Antikörpern reduzieren.

Meine Freunde schwören auf den  Roten Sonnenhut  (Echinacea) – wie wirkt der?

Er verstärkt die Anzahl u. Aktivität von sogenannten Fresszellen, die als Teil unsers Abwehrsystems Krankheitserreger in sich aufnehmen, sie unschädlich machen und entsorgen. Er regt also die Bildung weißer Blutkörperchen an und wirkt antibakteriell, antiviral, sowie pilz- und entzündungshemmend. Der Preßsaft dieser Pflanze wird daher sowohl im akuten Zustand einer Erkältung als auch zur Vorbeugung wiederkehrender Infekte im Bereich der Atemwege eingesetzt, und reduziert das Erkrankungsrisiko an einer Erkältung um ca. die Hälfte.

Gibt es noch etwas anderes Natürliches, das mir helfen könnte?

z.B. die Wurzel der Kapland-Pelargonie. Sie verhindert das Anheften von Krankheits-erregern an Zellen, stimuliert die Aktivität von Abwehrzellen, zusätzlich lässt er die Flimmerhärchen des Bronchialsystems schneller schlagen und lässt damit zähen Schleim schneller abtransportieren. Die Taigawurzel ist ein weiteres Bsp. Nach 4-wöchiger Behandlung mit Ginseng-Extrakt konnte man eine Vermehrung und erhöhte Aktivität der weißen Blutkörperchen nachweisen und auch Propolis wird als Naturmittel geschätzt. Der Extrakt von Zistrose oder Holunderbeeren verhindern das Eindringen von Viren in die Zelle und blockieren damit deren Vermehrung.

Die Krankheits-Erreger gelangen ja über die Schleimhäute in den Körper, kann man das verhindern?

Die Berührung des Gesichtes vermeiden, wie z.B. Nase reiben, denn dadurch gelangen die Viren leicht in die Schleimhäute und breiten sich aus. Abstand halten zu erkälteten Personen: dazu gehört der Verzicht auf das Bussi-Bussi bei der Begrüßung, Erkälteten nicht die Hände schütteln, wenn es die Höflichkeit erlaubt, Hände waschen nicht vergessen. Die Schleimhäute kann man schützen, indem man für eine gute Befeuchtung sorgt: durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, durch Achten auf genügend Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen, Inhalationen für die Bronchialschleimhaut, und dem Anwenden von Kochsalz- od. Meersalzsprays zur Befeuchtung der Nasen- und Rachenschleimhäute.

Spielt der Darm hier auch eine große Rolle im Immunsystem…

Ja, in der Darmschleimhaut sitzt ein Großteil der gesamten Abwehrzellen im Körper. Für ihre Produktion bedarf es genügend gesunder Microorganismen, die für eine gute Entgiftung, Enzymproduktion und Nährstoffaufnahme sorgen. Als Futter sozusagen dienen ihnen Ballaststoffe, das macht wieder einmal die Vollkornprodukte für uns so wertvoll, und man kann sie, wenn sie z.B. durch Antibiotika in Mitleidenschaft gezogen sind, mithilfe von Probiotika, die gefriergetrocknete, magensaftbeständige Bakterienstämme enthalten, wieder aufforsten und so die Abwehr unterstützen.

Viele lassen sich gegen die Grippe impfen, hilft das auch gegen grippale Infekte?

Banale grippale Infekte, Erkältungen vereinfacht gesagt, lassen sich durch die Impfung gegen Influenza, oft als Echte Grippe bezeichnet, nicht verhindern, weil sie durch andere Erreger hervorgerufen werden.

Abschließend gibt es von mir noch Tipps zu Vorsorge-Maßnahmen (Hygiene)…

Ganz wichtig in der Prophylaxe ist die Hygiene der Hände: das bedeutet öfter pro Tag mit lauwarmem Wasser und Seife für 30 Sek. die Hände waschen, um eine Übertragung zu vermeiden. Der häufigste Kontakt mit Erregern besteht ja z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, durch das Berühren von Einkaufswagerl, dem Handlauf der Rolltreppe, durch das Berühren sehr vieler Türklinken, also ganz einfach wenn wir unterwegs sind, und meist keine Möglichkeit zum Händewaschen haben. Da sind diese antiseptischen Lösungen und Gele meist auf Alkoholbasis eine wirksame Alternative. Sie sollen in ausreichender Menge je nach Produkt für 30 bis 60 Sekunden in die trockenen Hände eingerieben werden. Sind die Hände naß, wird das Produkt auf der Haut dadurch verdünnt und die Wirksamkeit leidet enorm.

Werden und bleiben Sie gesund,

Ihre Sonja Burghard

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